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Nr. vom Inhalt                                                                        (für den Inhalt ist der jeweilige Autor verantwortlich)
7 29.12.01 Hilfe bei Recherchen zur Mitteldeutschen Uhrenfabrik Wolfhagen und zu Ferdinand August Thiesen
6 29.12.01 Hilfe für sehr große Stimmgabeluhr mit defekter Spule
5 27.05.00 Recherchen zu Brillié Brothers, C Vigreux and Ch Féry
4 25.05.00 Recherche *Neher*
3 01.05.00 Ergänzung zu: Spu(h)rensuche II - Fragen zu einer Weimarer Kunstuhr aus dem 16. Jh.
2 07.04.00 Bitte um Hilfe für eine Projektarbeit am Gymnasium
1 02.04.00 Spu(h)rensuche - Fragen zu einer Weimarer Kunstuhr aus dem 16. Jh.
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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 29.12.2001
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Hilfe bei Recherchen zur Mitteldeutschen Uhrenfabrik Wolfhagen und zu Ferdinand August Thiesen

Ivo Creutzfeldt, ein begeisterter E-Uhren-Sammler und profunder Kenner dieser Materie recherchiert die Themen Mitteldeutschen Uhrenfabrik Wolfhagen und Ferdinand August Thiesen.

Wer kann hier mit Hinweisen / Texten / Informationen helfen?

Kontakt: Ivo Creutzfeldt, Mail

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 29.12.2001
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Hilfe für sehr große Stimmgabeluhr mit defekter Spule

Herrn Johannes Hennig aus Hartha (Uhrentechnische Lehrschau) hat eine sehr große Stimmgabeluhr mit defekter Spule. Für seine Lehrschau sucht er entweder eine andere Stimmgabel-Großuhr und einen Uhrenfreund, der die Spule reparieren kann. 

Wer kann helfen?

Kontakt: Johannes Hennig 035203-30330 oder Fax 37617

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 27.05.2000
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Recherchen zu Brillié Brothers, C Vigreux and Ch Féry

Dear Jürgen,

....

I am particular focussed on true electro-mechanic clocks, which means I leave out most rewinding systems. There are always exceptions of course. This means a great deal of my collection consists of French clocks since I believe they always kept to the pure electro-mechanics most of the time. The Brillié type of clock is therefore one of my favourites.

However, to find out more about Brillié turns out to be a very difficult task.

I wonder if you could assist me in any way to start researching the Brillié brothers, C Vigreux and Ch Féry.

....

Hope to hear from you.

Kind regards,

Ted

Bitte Informationen/Meldungen an Info@Uhrenberatung.de

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 25.05.2000
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Recherche *Neher*

Hallo,

in einer englischsprachigen mail-group zur Geschichte der Astronomie stellt ein Wissenschaftler aus den Niederlanden eine Frage zu einer "Sternzeituhr", die 1907 im Jesuiten-Observatorium von Valkenburg (Limburg) existierte (heute zerstört) und als deren Hersteller und/oder Distributor "Neher" angegeben wird. Er vermutet, dass es sich um einen deutschen Hersteller handelt, da auch die anderen Instrumente des Observatoriums aus deutscher Produktion stammten.

Bislang hat die Anfrage nur so viel ergeben, dass jemand auf der website einesTurmuhrenmuseums bei Bayreuth einen Hinweis auf einen Uhrenhersteller "Neher, München" gefunden hat. Weiß vielleicht jemand aus der uhrenh@nse mehr über diesen Hersteller?

Für Antworten an ... wäre ich dankbar.

Mit freundlichem Gruß

T.S

 

Unsere Antwort:

Hallo T.S.,

schön, dass Sie UhrenH@nse kennen und UhrenBeratung besucht haben. Zu Ihrer Frage folgende schnelle Antworten:

Aus
Abeler, Jürgen Meister der Uhrmacherkunst:

Neher, Josef, München, Barer Str. 34, Turmuhrenfabrik, gegr. 1862, Josef Neher war ein Schüler Mannhardts, Ausstell. Nürnberg 1882 m. 8 Uhren, lieferte 1925 für eine Kirche in Ansbach, u.a. Hersteller von Eisenbahnuhren und elektr. Uhrenanlagen.

Aus
Kochmann, Karl Clock and Watch Trade Marks Index European Origin

Neher & Söhne
MFC Zeitanlagen
München, Barer Str. 34
Established year 1862 (apprentice of Mannhardt)

Relocated to Lerchenhauer Str. 18
Manufacturing of tower, railway station, public, places clocks.
Electric power wind up system for tower clocks.
Central time master/slave clock
Time control system.

Wenn Sie weitergehende Fragen haben, werden Ihnen sicher auch die Turmuhrenfreunde der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (s.a. http://www.dg-chrono.de), u.a. .... weiterhelfen.

Beste Grüße

Jürgen Ermert

 

PS: Über ein feed back für UhrenBeratung würde ich mich freuen.

 

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 01.05.2000
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Ergänzung zu: Spu(h)rensuche II - Fragen zu einer Weimarer Kunstuhr aus dem 16. Jh.

Von dem Uhrenfreund erhielt ich folgende Ergänzungen zu seiner Frage. Ich bitte weiterhin um Hilfe bei der sehr anspruchvollen, aber ungemein interessanten Frage:

 

Sehr geehrter Herr Ermert,

mit Freude habe ich registriert, daß ich bei Ihnen mit der Suche nach der Weimarer Kunstuhr "ins Schwarze" getroffen habe, zumindest was Ihre diesbezügliche Anteilnahme betrifft. Die Site, auf die Sie meinen Text stellten, habe ich mir angeschaut. Ist okay so. Ob's was nützt, weiß ich nicht.

Ich möchte Ihnen nun vom Fortgang meiner Recherchen und Überlegungen berichten.

Um es vorweg zu sagen, je mehr ich mich jetzt mit Kunstuhren befasse, d. h. Literatur und Bilder dazu auswerte, desto mehr muß ich feststellen, daß der "Matz von Weimar" durch seine nicht mehr vorhandene physische Existenz auch in der Fachliteratur gar nicht erst auftaucht. Man läßt sich über die Uhren in Straßburg, Lübeck, Rostock, Münster, Olmütz, oder Prag aus, sogar der "Schnapphans" am Jenaer Rathaus wird nicht vergessen. Ich weiß nicht genau, ob A. Lübke in seinem Uhrenbuch ihn erwähnt hat (ich besitze es leider nicht selbst).

Aber nun der Reihe nach. Ich habe zunächst mich an das Stadtarchiv in Freiburg im Breisgau gewandt, ob ein Bartel Schmid dort aktenkundig sei. Herr Dr. Schadek, der Stadtarchivdirektor, teilte mir freundlicherweise mit, daß während der fraglichen Zeit, also um 1544/46, öffentliche Uhren in Freiburg an den Stadttoren und am Münster von Hans und Nikolaus Luterer aus Zürich angefertigt worden sind, da offensichtlich die Spezialisten hierfür in Freiburg fehlten. Er empfahl mir, mich nach Fribourg in der Schweiz zu wenden.

Dies habe ich getan und warte noch auf Antwort. Ich hoffe jedenfalls, eine e-mail-Adresse gefunden zu haben, von wo die Anfrage zu einem Stadtarchiv weitergeleitet werden kann (die Adresse bezog sich auf eine Vereinigung von Uhrmachern bzw. -händlern). Da man es mit der überlieferten Schreibweise wirklich nicht genau nehmen darf, habe ich mich auch nach Freyburg an der Unstrut (Sachsen-Anhalt) gewandt, wo man mir mitteilte, daß mögliche Akten im Harz, in Wernigerode, liegen. Diese Anfrage auszulösen, steht meinerseits noch aus. Freyburg ist ein kleines Weinstädtchen, aber was soll's, Bartel Schmid war sicher auch Weintrinker.

Vielleicht wende ich mich auch nach Freiberg in Sachsen. Immerhin machte die Stadt in jener Zeit eine bedeutende wirtschaftliche Entwicklung durch (Bergbau, Acricola). Kleinen Hinweisen aus der Literatur entnehme ich, daß die Bedeutung der hiesigen Gegend für das Thema Zeitmessung, im Hinblick auf die Rolle der Universität Erfurt, doch größer zu sein scheint, als ich bisher für möglich hielt. Zumindestens bei Sonnenuhren soll dies zutreffen.

Unabhängig von der Jagd nach Herrn Bartel Schmid (vielleicht heißt er auch Bartholomäus Schmidt oder ist gar der Schmied Bartholomäus?), habe ich mich ins hiesige Stadtarchiv gesetzt, um Akten zu wälzen. Bekannt ist, daß die Uhr im Jahre 1812 von ihrem angestammten Platz am Stadthaus genommen wurde, um an das gegenüberliegende Rathaus angebracht zu werden. Über diesen Vorgang gab es tatsächlich eine Akte. Ich erfuhr, daß 1811 diese Uhr nicht mehr intakt war und die andere öffentliche Uhr Weimars (am Schloßturm) wegen Umbauarbeiten auch nicht funktionierte. Man war an einer schnellen Lösung des Problems interessiert und löste Kostenvoranschläge bei einzelnen Gewerken aus.

Meine stille Hoffnung war, durch die Leistungsbeschreibung etwas mehr über die Uhr selbst zu erfahren. Ein Problem für mich war, daß ich im Lesen altdeutscher Schreibschrift ungeübt bin und ich zunächst wie "das Schwein ins Uhrwerk guckte". Ich habe mir daraufhin zwei Tage Zeit genommen, um die Schrift mir selbst beizubringen (wie ein Erstklässler habe ich zeilenweise immer die gleichen Buchstaben geschrieben). Beim nächsten Mal im Archiv ging das Lesen jedenfalls bedeutend besser. Während mich die Angebote der Zimmerleute relativ wenig interessierten, las ich um so aufmerksamer das Angebot ("Anschlag" hies das) des damaligen  Hofmechanicus Auch, den man mit Reparatur und Umbau betraute. Leider wurden meine stillen Erwartungen nicht ganz erfüllt. Immerhin ging es um die Verlängerung von Stangen zum Antrieb der "Mondeskugel" und um Verlängerungen für die Zeigerwellen, weil eine größere Wandstärke zu überbrücken war. Neben Entrostung wurden auch Leistungen angeführt wie das Bemalen des Zifferblattes mit römischen Ziffern unter Verwendung von "Wetterlack". Es scheint, als habe die Uhr an ihrem neuen Standplatz eine von mir nicht einschätzbare Veränderung erfahren.

Was mich in diesem Zusammenhang interessiert und vielleicht können Sie es mir erklären ist, daß zwei Zeiger Erwähnung finden: einmal der Minutenzeiger und zum andern der sogenannte "Viertelzeiger". Zunächst dachte ich, ich hätte was falsch entziffert, aber in einschlägiger Literatur taucht gerade bei Uhren jener Zeit das Viertelstundenzifferblatt auf, manchmal separat und manchmal als innerer Kreis im Zwölfstundenzifferblatt. Ist der "Viertelzeiger" mit unserem Stundenzeiger identisch?

Es bestätigte sich, daß die Uhr eine Mondphasenanzeige besessen haben muß und zwar in Kugelform, wofür es ja viele Beispiele gibt. Über andere Indikationen konnte ich hier nichts erfahren. Ich sende Ihnen als Anhang die Textstellen aus neuerer Zeit.

Erstaunlicherweise wird meist nur auf das Figurenspiel Bezug genommen. Nur in einem Fall wird im Stadtlexikon auch Sonnen-, Mond- und Planetenlauf erwähnt. Den Autor dieses Abschnittes habe ich noch nicht erreicht. Ich hoffe, er verrät mir die Quellen.

Eine andere Spur glaubte ich in Akten von 1544 zu finden. Rechnungen können Aufschluß über geleistete Arbeit geben, Reisekostenabrechnungen, die es zu dieser Zeit ja auch gab, enthalten eventuell Hinweise auf die Herkunft des Uhrmachers. Leider existieren über den hier in Frage kommenden Zeitabschnitt keine Akten. Sie sind für 1540 bis 1542 vorhanden, sowie ab 1558. Als das Rathaus im November 1837 abbrannte, soll das Feuer durch Selbstentzündung von gelagertem Holz entstanden sein. Eine Etage tiefer lag das Archiv.

Zufällig lernte ich in einem Antiquariat einen jungen Mann kennen, dergerade über "Weimar um 1900" promoviert hatte. Bei einem späteren Treffen, übrigens im selben Laden, erläuterte ich ihm mein Problem und er, im Besitz einiger Meter Weimarliteratur, versprach, zu suchen. Er rief mich Tage später an und empfahl, bei Bode, Leben in Alt-Weimar, Seite 11, nachzusehen. Dieser Autor beschreibt dort ein altes Gemälde, worauf das Stadthaus mit der Uhr zu sehen ist. Es würde sich im Zimmer des Oberbürgermeisters befinden. Das war jedenfalls 1910 noch so, als das Büchlein seine erste Auflage erlebte (übrigens dank Internet hatte ich das Buch ein paar Tage später selbst).

Eine Anfrage bei der Direktorin des Weimarer Stadtarchivs, Frau Günther, ergab, daß diese, seit 1959 im Rathaus tätig, zwar sofort wußte, wovon ich redete, aber mir zu verstehen gab, das Bild mit eigenen Augen noch niemals im Original gesehen zu haben. Mit anderen Worten, es ist verschollen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder befindet es sich in einem Depot der Kunstsammlungen zu Weimar (das werde ich noch versuchen, herauszubekommen), oder es haben die Amerikaner 1945 mitgehenlassen, oder die Russen, oder ein Stadtrat bzw. Bürgermeister fand, daß es bei seiner Pensionierung besser über das heimische Sofa passen würde. Es ist schon seltsam, wie die Ereignisse sich beim "Herausfall eines Gegenstandes aus der Geschichte" häufen.

Stadthaus.jpg (46534 Byte) Rathaus Heilbronn

Dieses Bild ist für mich insofern von Bedeutung, daß es sich vermutlich um die einzige zeitgenössische Abbildung der Uhr handelt. Ich habe den nicht sehr guten Druck im Buch eingescannt, aber Größe und Aufrasterung des Bildes gestatten keine weitere Auflösung von Details. Ersichtlich ist eine Zweizifferblattanordnung. Ich nehme an, daß das obere Kreisfeld, weil für den Betrachter weiter weg, eine Zwölfstundenanzeige enthielt. Bei der erkennbaren ringförmigen Gliederung könnte es sich hierbei um den außen liegenden römischen Ziffernring (mit der zeittypischen "gotischen" Ausformung) handeln, an den sich nach innen, vielleicht mit umgekehrter Helldunkelverteilung von Figur und Grund, der Viertelstundenring anschließt (das Ganze mit zwei Zeigern).

Darunter ist eine rechteckige Umrahmung erkennbar und mit etwas gutem Willen lassen sich die beiden Böckchen links und rechts identifizieren. In der Mitte dazwischen ist der Türke anzusiedeln. Mein Problem: wo befand sich die Glocke, die der Türke mittels Stab anschlug? Warum der Matz (der Name bezog sich sicher auf die Figur und wurde dann auf die gesamte Uhr übertragen) türkisch gekleidet war ist ein eigenes Kapitel und hängt sicher mit der Türkenbedrohung jener Zeit zusammen. Die Form darunter würde ich eher als Mondkugel identifizieren, auch wegen des hellen Umfdeldes. Eine Glocke braucht hohlen Raum darumherum und der müßte im Bild dunkel erscheinen. Nun, vielleicht gehört sie mit in das Rechteck.

Die untere Kreisform könnte das aufnehmen, was als Sonnen-, Mond- und Planetenlauf bezeichnet wurde (in dem einem Text). Da keine Exzentrizität erkennbar ist, gab es sicher kein drehbares Astrolabium, wie z. B. bei der Kunstuhr in Prag

Rathaus.jpg (28991 Byte)

oder der Uhr im Dom zu Münster.

Es wird sich lediglich um den Tierkreis handeln. Schließlich macht es sonst keinen Sinn, Zeiger für Planeten, Sonne und Mond rotieren zu lassen. Außen befand sich wahrscheinlich eine 24-Stundenanzeige, an die sich Tierkreisbilder nach innen zu anschlossen. Als Kalenderscheibe, wie sie in Kirchen auftrat, würde ich diese untere Kreisform keinesfalls deuten, schließlich hätten die Weimarer mit den noch nicht erfundenen Fernrohren die Tagesheiligen ablesen müssen.

Haben die beiden dunklen Fenster, Nischen oder Öffnungen rechts und links etwas mit der Uhr zu tun, waren da Figuren, die zur Gesamtgestaltung gehörten?

Schade, daß das Original nicht zur Verfügung steht. Ich denke, die Detailgenauigkeit des Malers hätte ausgereicht, die offenen Fragen zuklären. Bei meiner Suche nach Vergleichsmöglichkeiten bin ich auf die Uhr am Rathaus von Heilbronn gestoßen. Ich denke, sie kommt dieser "Rekonstruktion" auf Basis des Weinigen, was überliefert ist, am nächsten.

Ich würde mich freuen Ihre Meinung zu meinen Überlegungen zu erfahren.

Als Anlage gebe ich besagte Abbildungen (Rathaus.jpg bezieht sich auf Heilbronn) mit.

Mit freundlichen Grüßen

 

Bitte Informationen/Meldungen an Info@Uhrenberatung.de

 

Hier die Textstellen:
TEXTSTELLEN aus verschiedenen Publikationen (Auszeichnungen bzw. Anführungsstriche entsprechen den Originalvorlagen)

Fritz Fink: Der Markt, Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar, Heft 5,
Weimar o. J. (nach 1931)
S. 69:
Beim Rathausbrand von 1837 wurde leider auch die im Jahre 1812 anläßlich einer Reparatur vom Stadthaus genommene und am Rathaus angebrachte volkstümliche Uhr mit vernichtet, die der Seigermacher Bartel Schmid aus Freiburg anno 1544 auf dem neuerbauten Stadthause eingebaut hatte und welche, wie der Chronist berichtet, »dem Rat viel Geld gekostet«. Das Schlagwerk der Uhr bestand aus einer Glocke mit einem beweglichen Männchen darunter (den Matz von Weimar), an der Seite mit zwei aufspringenden Böckchen, die stutzte, so oft es schlug.

 

Hrsg. Günther, Huschke, Steiner:Weimar-Lexikon zur Stadtgeschichte, Weimar 1998
Matz von Weimar

Berühmte, 1540 für das Giebelfeld des Stadthauses geschaffene Kunstuhr. Der Uhrmacher Bartel Schmid aus Freyburg gab 1544 20 Jahre Gewähr, »ohne Entgeld zu reparieren«. Ein von zwei Böcken gestoßenes Männlein (auch als Türke bezeichnet) klingelte die Stunden. »Der Matz hat geklingelt«, sagte man in Weimar, wenn die Stunde geschlagen hatte. Außerdem wurde im kleinen Quadrat Sterne, die um eine blaue Kugel angeordnet waren, die Mondphasen in Goldsowie der Sonnen-, Mond- und Planetenlauf dargestellt. Die Uhr wurde 1812 aus statischen Gründen auf das gegenüberliegende alte Rathaus versetzt, mit dem sie 1837 abgebrannt ist.

 

Karl von Lyncker: Erinnerungen, aufgeschrieben um 1840
(zitiert nach Pretzsch/Hecht: Das alte Weimar, Weimar 1975)

An der Giebelfronte dieses Gebäudes war eine zu jener Zeit sehr merkwürdige Uhr befindlich, bei deren Schlag sich drei blecherne, buntfarbige Figuren von ohngefähr zwei Ellen Höhe in Bewegung setzten. Die Hauptfigur war türkisch gekleidet, hatte in der linken Hand eine Klingel, in der rechten einen Stab; erstere ließ der Türke vor jedem Stundenschlag ertönen, mit dem Stab aber schlug er nach Maßgabe der Stunde an die sogenannte Stadtglocke und sperrte bei jedem Schlage den Mund so weit als möglich auf. Sein angenommener Name war Matz, und auch in vielen honorablen Gesellschaften erwähnte man, daß der Matz schon geklingelt habe und das Schlagen der Stunde erfolgen werde. Die anderen Figuren bestanden in zwei auf beiden Seiten des Matzes auf ihren Hinterfüßen sich gegenübersitzenden Böcken, welche bei jedem Schlage denselben in die Seite stutzten. (1 Elle = 2 Fuß = 24 Zoll = 288 Linien sind ca. 60 cm, abhängig von Landesteilen)

 

Erzmann/Wagner, Hrsg., Weimar von unten betrachtet, Š aufgezeichnet von Franz David Gesky, Jena 1997
S. 35:
1812

Im Monat September wurde der Turm des Rathauses gebaut und die Ratsuhr, welche zuvor auf dem Stadthause war, wurde dahin gebracht. Den 30. wurde die Schlagglocke eingesetzt.

 

Gitta-Maria Günther: Weimar. Eine Chronik. Leipzig 1996
S. 78:

1837: 30. November: Um 7.45 Uhr brennt das Rathaus mit seinen Nebengebäuden durch Selbstentzündung von gespaltenen Holz, »was auf dem hinteren Boden über dem Archiv lagert«, ab; der Brand fordert das Leben eines Zimmerergesellen und vernichtet den Matz von Wymar, eine Kunstuhr von Bartel Schmid aus dem Jahr 1544, die im September 1812 vom Stadthaus auf das Rathaus versetzt worden war.

 

Hugo Arndt: Chronik der Stadt Weimar, Magdeburg 1929

1544 wird das Rathaus mit einem künstlichen Uhrwerk ausgestattet und der Stadt die Braugrechtsame verliehen. 1837. Das Rathaus brennt ab; zufolge eines Neubaues bekommt der Markt eineansehnliche Vergrößerung. Durch den Brand des Rathauses wird auch die im Jahre 1544 von Bartel Schmid aus Freyburg hergestellte Kunstuhr vernichtet. Sie stand in der Mitte des Giebels und zeigte ein Männlein mit zwei Böckchen, die ihm jedesmal einen Stoß in die Seite verabfolgten, wenn er mit seinem Stabe an die Glocke schlug. Beim Stundenschlag klingelte der »Matz von Wymer«. Seitdem schweigt er.

 

Askan Schmitt: Weimar von A bis Z. Weimar 1932

Stadthaus, Markt 10, erbaut 1526-47. An ihm eine berühmte Kunstuhr, der Matz von Weimar: Einvon zwei Böcken gestoßener Türke klingelt die Stunden. Sie kam später auf das Rathaus, wo sie durch den Brand 1837 mit zugrunde ging.

 

Wilhelm Bode: Das Leben in Alt-Weimar, Leipzig 1922
S.10: (die Gemäldeabbildung befindet sich auf S. 11)

Markttreiben vor dem Stadthause. Altes Ölbild im Zimmer des Oberbürgerneisters.

Das Stadthaus im alten Zustande (1801 und 02 wurde es umgebaut). Berühmt war die Uhr. Ein blecherner Mann in türkischer Tracht, den man aber ebenso wie die Zuchteber »den Matz« nannte, schlug die Stunden an der »Stadtglocke« an und sperrte dabei seinen Mund gewaltig auf; zwei sitzende Ziegenböcke, ebenfalls aus Blech, erhoben sich gleichzeitig und stießen zu. Š

 

Bitte Informationen/Meldungen an Info@Uhrenberatung.de

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 08.04.2000
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Bitte um Unterstützung

Von einem Jugendlichen erhielten wir folgende Anfrage/Bitte:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie um etwas bitten.

An unserem Gymnasium werden zur Zeit Projekttage durchgeführt, bei denen wir uns mit dem Thema: " Uhren(technik)" befassen.Da wir noch einiges an Material für eine zufriedenstellende Projektarbeit benötigen, möchte ich Sie bitten, uns einiges an Material zu den Themen: - Aufbau einer Uhr

- die Geschichte der Uhr
- Anwendung von Uhren
- Wirkungsweise von Uhren und Funkweckern

zuzusenden.Ich denke, dass ich mit Ihnen einen kompetenten Ansprechpartner gefunden habe und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns mit einigem Material unterstützen könnten.

Meine Adresse lautet:
        Sebastian
        xxxxx

Vielen Dank im Vorraus!

mit frdl. Grüßen

Sebastian

P.S.: Ich würde Sie bitten, mir eine Bestätigung oder Ablehnung meiner Btte per E-mail zu senden

 

 

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Unsere 1. Antwort (verkürzt):

Hi Sebastian (ich denke, wir Duzen uns, auch wenn ich ein "bißchen" älter bin),

super Deine Anfrage. Ist doch Ehrensache, da helfen wir gerne. Zumal wir mit UhrenHanse.de, UhrenBeratung.de und UhrenWissen.de genau das möchten: Anderen, die Interesse an der Zeitmessung haben, zu helfen.

Deine Anfrage hat mich auf eine neue Idee gebracht, die ich in der Philosophie der UhrenHanse noch fixieren werde: Die Unterstützunge des "jungen Publikums", so wie es Volker geschrieben hat. Interessieren würde mich auch, woher Dein Interesse an Uhren kommt, oder ist es halt die Aufgabe ?

So jetzt zu Deiner Anfrage:

Wenn Du es online machen willst, ist eine besonders gute Adresse:

  • Förderkreis Industrie- und Technikgeschichte e.V. Frankfurt Fachgruppe Uhren mit einer schöne Übersicht über die Uhrenentwicklung, auf der Links zu vielen UhrenSites eingebaut sind http://www.klinik.uni-frankfurt.de/museum/FGUhren.html.
  • Gut ist auch die Site von Hari (Fetzer) = Phänomen Zeit - Geschichte und Technik der Uhr http://www.phaenomen.de/deutsch/start.html hat auch eine CD zu dem Thema gemacht.
  • Auch hilft Dir sicher unser Link-Verzeichnis www.uhrenadressen.de oder in der Pilotfunktion www.uhrenaktuell.de. Unter www.uhrenwissen.de habe ich im Kompendium einiges zur Uhrenentwicklung und -Geschichte an Links aufgelistet.

Natürlich habe ich auch sehr viele Bücher und könnte Dich auch mit entsprechenden Kopien unterstützen. Z.B. vielleicht interessant

...

Könntest Du das etwas präzisieren, was Du brauchst. Es gibt da auch einige preiswerte Taschenbücher. Also melde Dich bitte, ich helfe Dir gerne. Bitte nutze am besten meine Mailadresse info@uhrenhanse.de

Viele Grüße

Jürgen (Ermert)

 

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: Jürgen Ermert
Datum 02.04.2000
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Spu(h)rensuche - Fragen zu einer Weimarer Kunstuhr aus dem 16. Jh.

Von einem Uhrenfreund erhielt ich folgende Frage. Ich bitte um Hilfe bei der sehr anspruchvollen, aber ungemein interessanten Frage:

 

Sehr geehrter Herr Ermert,

vielleicht ist das Internet doch zu was nütze: Beim Herumsuchen sind mir Ihre Seiten aufgefallen, indem ich ein link aus Richtung Astronomie- oder Physikgeschichte verfolgte. Mit Uhren habe ich mich früher viel intensiver beschäftigt - als Designer etwarf....

Die Thematik Zeitmessung, wissenschaftliche Instrumente, das technik-historische Interesse usw. haben mich natürlich niemals verlassen. Das ist auch der Grund, weshalb ich die sehr spärlichen Spuren einer Weimarer Kunstuhr verfolgen möchte, die im 19. Jahrhundert Opfer eines Brandes wurde. Ich bin nicht sehr optimistisch, was das überlieferte Material betrifft, aber meine Recherchen im hiesigen Stadtarchiv sind auch noch nicht abgeschlossen.

Es existieren knappe verbale Beschreibungen der Uhr. So soll der "Seigermacher" Bartel Schmid aus Freiburg anno 1544 diese Uhr in die Giebelseite des neuerbauten Stadthauses am Markt eingebaut und 20 Jahre Garantie gegeben haben, die Uhr kostenlos zu reparieren. Um welches Freiburg es sich dabei handelt, geht aus den Texten nicht hervor. Aufgrund der langen Tradition des süddeutschen Raumes bezüglich der Herstellung von Instrumenten und Uhren gehe ich einfach davon aus, daß es sich hierbei um Freiburg im Breisgau handelt. Die zwanzigjährige Garantieleistung verweist darauf, daß dieser Uhrmacher sich im thüringischen Raum vermutlich niedergelassen hat. Vielleicht lassen sich Spuren des Bartel Schmid aus seiner Vorweimarer, sprich Freiburger Zeit, finden. Bei ZINNER taucht dieser Name nicht auf. Einen etwas kürzeren Text habe ich übrigens auch deshalb nach Freiburg (Stadtarchiv bzw. Geschichtsverein) ge"e-mailt".

Die Uhr selbst soll Sonnen-, Mond- und Planetenlauf angezeigt haben. Außerdem werden drei "blecherne, buntfarbige Figuren von ohngefähr zwei Ellen Höhe" erwähnt: "Die Hauptfigur war türkisch gekleidet, hatte in der linken Hand eine Klingel, in der rechten einen Stab; erstere ließ der Türke vor jedem Stundenschlag ertönen, mit dem Stab aber schlug er nach Maßgabe der Stunde an die sogenannte Stadtglocke und sperrte bei jedem Schlage den Mund so weit als möglich auf. Sein Name war Matz. Š Die anderen Figuren bestanden in zwei auf beiden Seiten des Matzes auf ihren Hinterfüßen sich gegenübersitzenden Böcken, welche bei jedem Schlage denselben in die Seite stutzten." (nach Karl von Lyncker: Erinnerungen, aufgeschrieben um 1840). Ich denke, das ging doch etwas über das Niveau einer Kirchturmuhr hinaus.

Im Jahre 1812 mußte die Uhr fälligen Rekonstruktionsmaßnahmen am Stadthaus weichen und wurde deshalb am gegenüberliegenden Rathaus angebracht, mit dem sie leider 1837 zusammen verbrannte.

weimar_kunstuhr.jpg (19753 Byte)

Das Bild zeigt eine ältere (Rekonstruktions-) Zeichnung eines Weimarer Architekten vom Zustand des Marktes vor 1800. Ich habe noch nicht klären können, ob die Zeichnung auf einem zeitgenössischer Stich basiert oder die Uhrendarstellung mehr Fiktion ist.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Wer ist Bartel Schmid? Gibt es andere Kunstuhren von ihm? Gibt es überhaupt eine Spur seiner Existenz?
Idealziel wäre der Versuch einer Rekonstruktion (der Uhr!).

Darüberhinaus ist für mich interessant, ob die Möglichkeiten des Internet, das ja in gewisser Weise den Geisteszustand unserer Welt abbildet, helfen, im konkreten Fall eine solches Problem zu lösen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Bitte Informationen/Meldungen an Info@Uhrenberatung.de

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hanse_kl.jpg (745 Byte)

Autor: U
Datum 30.03.200
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